Druckgeschichte

VON GUTENBERG ZUM MODERNEN ZEITALTER

Druck im Wandel

Die Erfindung des Druckens eröffnete Möglichkeiten, die heute nur noch mit denen des Internets vergleichbar sind: Wissen und Informationen wurden breiten Bevölkerungsschichten erst durch den Buch- und Zeitungsdruck zugänglich. Bild Gutenberg: Copyright Stadt Mainz
Vorher war die Vervielfältigung von Schrift und Bild auf Papier oder ähnlichen Materialien nur als handschriftliche Kopie möglich, eine langwierige, teure und mit Fehlern behaftete Arbeit.

Die Vorläufer der heutigen Drucktechniken waren Stein- und Holztafeldrucke aus China und Japan. Die ersten Papierabklatsche von Stein-Inschriften wurden in China im 
2. Jahrhundert n. Chr. gefertigt,
im 7. Jahrhundert entwickelte sich dort der Holztafeldruck, bei dem Schriftzeichen aus Holzstöcken geschnitten wurden. Allerdings konnte sich das Drucken mit beweglichen Lettern - wie es später in Europa entwickelt wurde - in China nicht durchsetzen: Abertausende chinesischer Schriftzeichen verhinderten die schnelle Zusammenstellung von Druckplatten aus beweglichen Lettern.

Schwarze Kunst

Dass er nur 26 Buchstaben und eine Handvoll Hilfszeichen verwenden musste, erleichterte Johann Gutenberg (geboren um 1400 als Johannes Gensfleisch, gestorben am 14. Februar 1468) die Erfindung des Buchdrucks erheblich.
In der Zeit um 1450 erfand Johann Gutenberg den Druck mit beweglichen Lettern aus Blei, die von Hand zu Texten zusammengesetzt wurden und wieder verwendbar waren. Der sogenannte Buchdruck auf Handdruckpressen ermöglichte kostengünstige Vervielfältigungen bis zu einer Auflage von 200 Exemplaren. Die „schwarze Kunst“ entwickelte sich in Europa rasant, so dass bis ungefähr 1500 rund 40 000 Titel gedruckt wurden. Damit war erstmals die Vermittlung von Wissen, Kultur und Informationen an größere Bevölkerungskreise möglich.

Neben Gutenberg ist Alois Senefelder (1771-1834) eine der bedeutendsten Persönlichkeiten der Druckgeschichte. Die „Chemische Druckerei“, wie er den Steindruck (Lithographie) nannte, ist der Grundstein des heute wohl wichtigsten Druckverfahrens, des Flach- oder Offsetdrucks. Zeitungen und Zeitschriften werden heutzutage zu fast zwei Dritteln im Flachdruck produziert.

Der wachsende Bedarf nach schriftlicher Information konnte dann mit Hilfe einer weiteren Erfindung gedeckt werden: Der Schnellpresse. 1811 entwickelte Friedrich Gottlob Koenig einen Zylinder, der über das Papier und die darunter liegende Druckform rollte. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurden schließlich die ersten Rotationsdruckmaschinen für Zeitungen entwickelt, deren hoch entwickelte Nachfolger heute in den Druckzentren der Zeitungsverlage stehen.

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